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Pflanzenwelt

Aus Falkenau Wiki

Johannes Uhlig aus Oederan hat in der Chronik von 1938 den Stand der Pflanzenwelt beschrieben. Im Folgenden wird eine gekürzte und modernisierte Fassung vorgestellt. Es ist eine Aufgabe(!) zu prüfen, welche Pflanzen den Klimawandel und den Einfluss der Besiedlung und landwirtschaftlichen Nutzung überstanden haben bzw. hinzu gekommen sind.

Wie die landschaftliche Schönheit Falkenaus durch das tief eingeschnittene Flöhatal, das sich erst unterhalb des Dorfes zum Flöhaer Becken weitet, bestimmt wird, so ist auch für die Zusammensetzung der Pflanzenwelt das Vorhandensein dieses Tales von ausschlaggebender Bedeutung. Der beträchtliche Höhenunterschied von der Talsohle) an der Schulbrücke 280 Meter) bis zu den rechts und links aufsteigenden Höhen des durchschnittenen Phyllittenwalles (Karolinenhöhe im Norden 500m, Höhen an den Kalklöchern im Süden 432m) muss dem Falkenauer Tale und seinen Hängen auch floristisch eine Sonderstellung innerhalb seiner Umgebung verleihen, zumal wir uns im Grenzbezirke zweier großen Florengebiete befinden. Die 400m Höhenlinie schneidet den Pflanzenbezirk des Erzgebirges von dem des Muldenhügellandes. Andererseits dringen hier und da erzgebirgische Leitarten bis in das Tal hinab, so dass interessante Mischungen anzutreffen sind. Beachtenswert ist die Steilheit der Hänge des Flöhatales, die eine Bewirtschaftung durch den Menschen nur in beschränktem Maße gestatten; dort konnte sich infolgedessen eine ganze Reihe Arten erhalten, denen man in unserer Gegend nicht mehr oft begegnet.

Flussgebiet

Der Fluss selbst bietet nicht viel. Das seichte schnell über geröllreichen Untergrund dahin fließende Wasser der Flöha lässt außer den auf Steinen haftenden Moosen keine Unterwasserpflanzen aufkommen. Die Ufer sind reguliert und ehemalige Flussaltwässer (besonders oberhalb Falkenau) sind jetzt verschwunden. Die Verlandungsgesellschaften des Flussrandes sind auf einen schmalen, etwa ½-1m breiten Streifen vor der Uferböschung zusammengedrängt. Diese Streifen, dessen Hauptarten das scharfe Rietgras und das Rohrglanzgras bilden, ist zwischen Falkenau und Hetzdorf auffällig schön entwickelt und fällt von der Hetzdorfer Straßenbrücke aus im Sommer durch seine dunkle Farbe, im Herbste durch die verbleichenden Halme der Rohrglanzgrases auf. Aus ihm erheben sich hier und da die stattlichen Blütenstände des großen Wasserampfers, die sich im Herbste dunkelbraun färben und oft noch, wenn sie kein Herbsthochwasser weggeräumt hat, im Winter aus dem Schnee herausragen. Wenn man Glück hat entdeckt man auch die gelb blühende Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus) in diesem Rietgrasstreifen, während sich die Wirtelminze und die aus Nordamerika eingewanderte Gauklerblume gelbe, rot gefleckte versteckt oFlöhaufer beobachten, die durch ihr Blattwerk im Sommer und durch ihre braunen Fruchtkolben im Herbst den Blick des aufmerksamen Wanderers auf sich ziehen. Sonst wäre noch darauf hinzuweisen, das Flussbett unter dem Schußberghange , das oft nur wenig Wasser enthält, von den Blättern der roten gemeinen Pestwurz belebt wird und das sich auf Dorfschutt am Flussufer das behaarte zottige Weidenröschen und das Herzgespann einfinden.

Talwiesenaue

Auch auf den sich an den Fluss anschließenden __Talauenwiesen__ ist die Anzahl bemerkenswerter Arten nicht gerade groß, doch kann man sich im Juni bei Hetzdorf über die dunkelvioletten Blütenstände der Schwarzen Teufelskralle (Phyteuma nigrum) freuen und weithin leuchten dort zur gleichen Zeit die rosaroten Scheinähren des Wiesenknöterichs, der infolge der Form seiner Blätter, die übrigens von Kennern als Spinat gegessen werden, auch den Namen Otterzunge führt. Die weißen Blüten des Quellengänsekrautes (Arabis halleri )sind weniger auffällig, doch erinnern sie uns an das nahe Bergland. In viel zwingendem Maße tun das aber zwei weitere Pflanzen dieser Wiesen, die man als Leitpflanzen des Berglandes bezeichnet. Die eine ist die Verschiedenblättrige Distel (Cirsium heterophyllum), deren große, dunkelrote Blütenköpfe, deren auf der Unterseite Silber glänzende Blätter noch im Heu auffallen. Die Andere, die sich nur trockene Plätze dieser Wiesen aussucht, ist die Bärwurz mit weißer Doldenblüte und stark duftenden, fein zergliederten Blättern. Beide Pflanzen sind oben auf den Hochflächen und in deren flachen Seitentälern viel häufiger aufzufinden, und ihr Auftreten hier unten auf der Sohle des Flöhatales bei Hetzdorf ist zweifellos bemerkenswert, muss man doch bedenken, das bereits wenig unterhalb Falkenaus, die trockenen Stellen der Talwiesen von einer ganz anderen Pflanze besiedelt werden, die dem Berglande fehlt und ins Hügelland weist, von der Grasnelke (Armeria elongata), deren rosarote Blütenköpfchen bis weit in den Herbst hinein am Flußwege nach dem Bahnhof Flöha beobachtet werden können. Es sei auch hier gleich erwähnt, das sich an diesen Rändern des genannten Weges eine weitere Hügellandschaftsplanze angesiedelt hat, der Hasenklee , den man sonst in unserer Gegend sehr selten auffindet, der aber in tiefen Lagen zu einem gemeinen Ackerunkraut wird, während er bei uns die Äcker noch meidet.

Laubwaldstreifen

Das Glanzstück der Falkenauer Flora bilden ohne Zweifel die Laubwaldstreifen, die sich zwischen Hetzdorf und Flöha am Fuße der Gehänge hinziehen und teilweise auch den unteren Teil der Gehänge selbst besetzen, Sie sind vielfach schwer zugänglich und nur in wenigen Fällen auf öffentlichen Wegen zu erreichen. Dieser mag für den Naturfreund bedauerlich sein, er ist andererseits sicherlich ein bedeutsamer Grund dafür, dass sich hier noch eine ganze Reihe seltener Pflanzenarten vorfinden, die der Ausrottung durch Pflanzenräuber entgangen sind. An einer Stelle bietet sich jedoch Gelegenheit, die Schönheit der Bestände auf sich wirken zu lassen. Das ist auf dem Wege, der von der Falkenauer Brücke aus am Steilhang bis zum Fuße des Schußberges verläuft.

Betrachtet man diesen Waldrandstreifen genauer sieht man __Erlenbestände__ die den meist flachen, feuchten Streifen zwischen Gehängefuß und Fluss besetzen, gut ausgebildet unter dem Steilhang zwischen Schulbrückeund Schußberg und am Hetzdorfer Viadukt. Im Schatten der düsteren Erlen und der leider nur in geringer Anzahl vorhandenen Knackweiden, deren feingliedrige Kronen zu allen Jahreszeiten einen Schmuck in der Flusslandschaft bedeuten, hat sich eine recht bezeichnende Planzengesellschaft angesiedelt. Zwei hohe Gräser fallen auf, der Riesenschwingel (Festuca gigantea)mit seiner großen überhängenden Rispe und die Hundsquecke mit langer Ähre, deren Spitze nach unten neigt. Die Gefleckte Taubennessel zeigt ihre großen roten Blüten, deren Unterlippe gefleckt ist, und der bunte Hohlzahn wechselt seine Farbe von schwefelgelb bis violett. Leuchtendes Weiß und starken Duft bringt das stattliche Sumpfmädesüß. Hier und da kann man auch die Akeleiblättrige Amsel oder Wiesenraute sehen, eine Pflanze, die mit ihrem schönen Laube und ihren zarten hellvioletten Blütenstand den Vergleich mit den schönsten unserer Gartenplanzen nicht zu scheuen braucht. Sie gehören zu den montanen Arten, die sich in den Flusstälern oft weit ins Hügelland hinabziehen. Die großen, gelben Blüten des Springkrautes, dessen Früchte beim Berühren in weitem Bogen fortschnellen, und die roten Sterne des Supfstorchschnabels fallen leicht auf, unscheinbarer sind die Hainmiere und das Mittlere Hexenkraut. In dieser Gemeinschaft gedeiht auch die stattliche Klettenringeldistel (Cardus personata), die in Sachsen zu den Seltenheiten gehört.

Die __Laubwaldstreifen der unteren Gehängestufen__, die recht verschiedene Steigung aufweisen, beherbergen eine andere Pflanzenwelt. Schon die beherrschenden Bäume sind andere, Eiche und Hainbuche, stellenweise auch die feingliedrige Winterlinde und die Esche bilden die Hauptmasse. Auch die Rotbuche ist vertreten. An der Bastei oberhalb des Hetzdorfer Viaduktes bildet sie einen kleinen Buchenhochwald, dessen dichter Kronenschluß fast kein Pflanzenleben auf dem Boden aufkommen lässt. Birken, Spitzahorn und Bergahorn sind eingestreut, hier und da zeigt sich auch eine Vogelkirsche und reiches Gesträuch, bestehend aus Schwarzem- und Traubenholunder, Weißdorn, Haselnuss, Eberesche, Faulbaum und Traubenkirsche, macht sich unter den Bäumen breit.

Talstrecken

Das reiche Auftreten der Hainbuche und der Winterlinde bringt dem Falkenauer Tale schon Hügellandcharakter. Das Gesamtbild des Tales steht im erheblichen Gegensatz zu dem Talabschnitt oberhalb des Hetzdorfer Viaduktes, wo die Fichten der Foldung und auch die des gegenüberliegenden Hanges bis nahe an den hier viel schmaleren Talgrund herantreten. Beide Talstecken sind sicherlich gleichschön, und es ist ein Vorzug des Flöhatales in dieser Gegend, dass es in Folge der Verschiedenheit des Baumbestandes so wechselnde Bilder zu zeigen vermag. Zweimal im Jahr verleiht das Laub Verschiedenen Baumgruppen und Baumarten dem Tale eine geradezu großartige Farbenpracht, im Frühling, wenn das zarte Grün der erwachenden Rotbuchen und der helle Schleier der Birken das düstere Wintergrün der Fichten aufhellen und im Herbst, wenn die Sonne über das gelbe Kleid der Hainbuchen und Birken spielt und die braunen Kronen der Rotbuchen vergoldet. Unter diesen unterschiedlichen Baumarten wächst ebenso unterschiedlichere und seltene Bodenflora. Eine Reihe bezeichnender Arten besitzen in den Laubwaldstreifen zwischen Hetzdorfer Viadukt und Bahnhof Flöha eine größere Stetigkeit und zur Vermeidung von Wiederholungen soll diese Pflanzengruppe vorangestellt sein. Die gelben Sterne des Schabockskrautes und die weißen des Buschwindröschens eröffnen im zeitigen Frühjahr den Blütenreigen fast überall. Auch Goldstern und Lungenkraut sind Frühjahrsblüher, und das unscheinbare und deshalb wenig bekannte Moschusblümchen, das hier bei Falkenau in großen Mengen vorhanden ist, lässt nicht lange auf sich warten. Nicht selten sind Waldveilchen, aber sie kommen nicht recht zur Geltung. Die dicke Traube der Schwarzwurz, eines Schmarotzers, der hauptsächlich aus den Wurzeln der Haselnuss seine Nahrung zieht, hält sich zunächst unter dem modernden Laub verborgen, bis sich schließlich der blaßrosenrote, schuppenreiche Stängel, der keine grünen Blätter hervorbringt, aufrichtet. Auch die Blüte des Züngelkrautes (Mercurialis perennis) ist wenig auffällig, doch macht sich diese Pflanze durch schöne Blattteppiche recht bemerkbar.

Bald leuchten die goldenen Himmelschlüssel aus dem Laubversteck heraus, kommen aber hier nicht so zur Wirkung, als wenn sie in dichtem Stande das frische Grün einer Wiese frühlingshaft schmücken, wie das z.B. an der Quelle des Foldungbaches der Fall ist. Vereinzelt begegnen wir zu Beginn des Monats Mai den Purpurfarbigen Blütentrauben der Frühlingsblatterbse, viel häufiger aber macht sich das Weiß der Steifblättrigen Sternmiere geltend, einer Pflanze, die das Bergland meidet und die in ihrer Verbreitung so recht zu Hainbuche passt. Im Spätfrühling streckt sich die Süße Wolfsmilch, die gelben Lippenblüten der Goldnessel beginnen zu leuchten und die Vielblütige Weißwurz zeigt ihre grün-weiße Glöckchenreihe. Es blüht der Weißbart. Diese Prachtstaude, die mit unseren Spiräen verwand verwand ist und auch den treffenden Volksnahmen Johanneswedel führt, ist die schönste der Wildpflanzen Falkenaus. Wenn im Abenddämmerlichte die hohen, weißen Blütenstände, die vor allem bei der männlichen Pflanze sehr dicht sind, aus dem Walddunkel herausleuchten, dann ist Johanniszeit[1].

Es ist recht zu begrüßen, dass der Geißbart und das Himmelschlüssel seit einigen Jahren zu den geschützten Pflanzen gehört. Die Umgebung von Falkenau besitzt noch viele Einzelpflanzen des Weißbart die linksseitigen Hänge unterhalb Falkenaus Bergen ganze Bestände. Mit Sommerbeginn nimmt die Farbenpracht schnell ab. Das trübe Rot des Waldziestes kann sich nicht recht durchsetzen, das Waldlabkraut erfreut sich mehr durch sein blaugrünes Blattwerk und erst späterhin bringen die Blütenstände des Behaarten Johanniskrautes und des Weidenkreuzkrautes wieder ein gelbes Leuchten. Neben gemeinen Arten von Gräsern finden wir das Nickende Perlgras und die Waldzwenke. Schließlich sei auch erwähnt, dass hier und da die Ranken des Efeus den Boden Überspinnen, und das an manchen Stellen der Hopfen, ein Schlinggewächs unseres Heimatwaldes, über Gebüsch und Baum dem Lichte zustrebt. Neben den eben genannten Arten, die für die Laubwaldstreifen wohl sehr bezeichnend und örtlich sehr bemerkenswert erscheinen, im Gesamtbild des Sächsischen Hügelland aber keine Seltenheit bedeuten, beherbergen die Gehänge der Flöha bei Falkenau auch eine Reihe von Pflanzenarten, die in Sachsen nur zerstreut auftreten oder deren Verbreitung keine allgemeine ist.

Das linke Phyllit-Steilgehänge zwischen beiden Eisenbahnen unterhalb des Bahnhofes Hetzdorf, das einen Mischwald von Fichten, Birken und Eichen und eingestreuten Rotbuchen trägt, besitzt als Unterwuchs neben Haselnuss und Hirschholunder auch den Kellerhals oder Seidelbast. Schon im Vorfrühling zeigen sich seine am Stamme sitzenden, rosaroten Blüten, denen später die giftigen scharlachfarbenen Beeren folgen. Dieser seltsame, prächtige Zwergstrauch gehört zu den geschützten Pflanzen, wie auch das reizende Leberblümchen, das an diesem Hange ebenfalls noch in vielen Exemplaren aufzufinden ist und dessen blaue Blütensterne, die uns die Verwandtschaft mit dem Buschwindröschen offenbar machen, schon im März aus braunem Laube hervorleuchten. Sicherlich hängt das Vorkommen dieser Kalkholden Pflanze mit dem Kalkschieferzuge zusammen, der hier die Flöha erreicht. Auch dort, wo der Kalkschiefer in das rechte Flöhatalgehänge mit einem kleinen Keil eindringt, finden sich noch einige Leberblümchen. Die Häufung der Frühlingsblatterbse dürfte auch in dieser geologischen Besonderheit seine Ursache haben. Auch das Vorkommen des Christophskrautes und die Mengen von Kunigundenkraut, das sich besonders oben an der Dresdener Eisenbahn in großen Beständen zeigt, machen den Hang zwischen beiden Eisenbahnen recht anziehend. Der nördliche Teil dieses Hanges ist leider durch Fichten aufgeforstet, die schon jetzt allen Bodenwuchs vernichtet haben. Reste von Aronstab, Hohlen Lerchensporn und Gelbem Windröschen am Gehängefuß können heute nur noch schmerzlich daran erinnern, dass gerade an dieser Stelle die Pflanzenwelt vor noch nicht allzu langer Zeit ganz prächtig gewesen sein muss.

Laubwald

Der Laubwald des rechten Gehängefußes zwischen Hetzdorf und Schußberg ist nur noch schmal, und die Äcker des Butterberghanges drängen gegen diesen landschaftlich recht wirkungsvollen Streifen, der einer kleinen Steilstufe seine Erhaltung verdankt. Weiter unterhalb besetzt der Laubwald den unteren Teil des hohen Schußberghanges, der stellenweise bis unmittelbar an die Flöha herantritt. Hier zwischen Hetzdorf und Falkenau kann man im Schatten der Hainbuchen und Winterlinden neben Zweiblatt, Einbeere und Waldmeister noch einzelne Exemplare des Märzenbechers und der Türkenbundlilie entdecken. Beide Arten sind große Seltenheiten unserer Gegen und gehören zu den geschützten Pflanzen. Des Schutzes dringend bedürftig ist die prächtige Tükenbundlilie, die sich durch ihren hohen Blütenstengel mit den turbanartig eingerollten, fleischfarbigen Glocken auf weite Entfernung verrät.

Unterhalb von Falkenau ist das rechte Talgehänge von der Falkenhöhe an frei von Wald, während linksseitig zwischen den Bahnhöfen Falkenau und Flöha noch immer der Gehängefuß von Hainbuchenwäldern geschmückt ist. Moschusblümchen, Einbeere und Akeleiblättrige Amstel kann man dort antreffen, und vor allem sind die schon erwähnten großen Bestände des Geißbartes bemerkenswert.

Park

//Eine Stelle aber verdient besondere Beachtung, das ist das Laubwäldchen, das sich unmittelbar über der Reitzenhainer Eisenbahnlinie befindet (östlich des Weges vom Bahnhof Falkenau nach der Schwarzen Brücke[2] über die Flöha). Mit einem lachendem und einem weinenden Auge steht man vor diesem kleinen Wäldchen. Man freut sich über die Fülle seltener Pflanzenarten, die hier im Schatten der Heinbuchen, Stieleichen und Bergahorne wachsen aber diese Freude ist gedämpft, da sich mitten durch den Bestand der Zaun eines Grundstückes[3] hinzieht und außerdem der Schutt, der vom Bau des Flöhaer Bahnhofes hier am Bahndamm abgesetzt worden ist, den Bestand schon erreicht hat und teilweise überlagert. Hier hat die herrliche [https:de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkenbund Türkenbundlilie] einen zweiten Zufluchtsort gefunden und hier kann man wieder die seltsamen Blütenkolben des giftigen Aronstabes bewundern. Die roten Kreuzblüten des Ausdauernden Silberblattes, das zu den geschützten Pflanzen gehört, erfüllen zu Beginn des Sommers die Luft mit ihrem Duft und späterhin beginnen die blauen Trauben des Bunten Eisenhutes, dessen Stengel hin und her gebogen ist, zu leuchten. Im Frühjahr zeigt sich der zarte Mittlere Lerchensporn und zur gleichen Zeit kann man die kurz gestielten braunen Blüten der Haselwurz entdecken, deren nierenförmige, dunkelgrüne Blätter, die dem Boden aufliegen, das ganze Jahr hindurch grünen.

Von dem Vorhandensein des Laubwaldes unabhängig ist eine Pflanzengruppe, die die warmen nach Süden zeigenden, steilen Felsen am rechten Flöhaufer oberhalb der Schulbrücke besiedelt.

Kleine Farne nisten in den Ritzen des Gesteins, es sind der Nördliche-, der Braune- und der Mauerstreifenfarn oder Mauerraute. Vor allem der zuerst genannte Farn bildet große Büschel. Unauffälliger sind die Polster der blaugrünen Abart des Schaffschwingels und die lockere Pflanzengesellschaft, die die sonnige Felsflur bewohnt, wird bereichert durch die giftige Schwalbenwurz, durch den wilden Dost, durch die stattliche Dürrwurz und durch die bei uns sonst seltene Pechnelke, deren durch einen purpurnen Blütenstand geschmückte Stängel dunkle Kleberinge besitzt. Neben zahlreichen gewöhnlichen Arten, wie Fetthenne, Reitgras, Tüpfelhartheu, echtem Ehrenpreis, Bergmonke, Klebkreuzkraut, Frauenflach, Habichtskräutern u.a., findet sich hier auch die Rautenelke. Um alle diese Pflanzen zu Gesicht zu bekommen muss man freilich eine kleine Kletterpartie unternehmen. Dabei wird man an schattigen Stellen auch den Tüpfelfarn, der den Volksnahmen Engelsüß führt, sehen kann. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass sich in dem lichten Gebüsch auf halber Höhe des Schußbergsteilhanges, das aus niedrigen Kiefern, Lärchen und Birken gebildet wird, der Siebenstern in größerer Menge vorfindet.

Schweddey

Im Vergleich zu den Felsen an der Schulbrücke zeigen die berühmten Kalklöcher zwischen Falkenau und Augustusburg eine überraschend ärmliche Flora. Am Rande der Halden und auf diesen wachsen u.a. die Waldblatterbse die Kümmelblättrige Silge, die Silberdistel, das Jakobskreuzkraut und das Nickende Birnkraut. Den lichten Boden des Fichtenwaldbodens schmücken stellenweise, vor allen oben an der Straße, die Blütenstände der Grünen Sumpfwurz, einer Orchidee unserer Heimat. Erst im Straßengraben nach Augustusburg zu zeigt sich der Mittlere Wegerich, der in unserer Gegend selten ist und die Umgebung der alten Kalkbrüche bevorzugt. Hier in Grünberg sind auch zwei stattliche Doldenblütler bemerkenswert, der Gewürzhafte Kälbertropf, der sich gern an die Ränder der Dorfstraße hält und der Goldgelbe Kälbertropf, der mit Vorliebe die Feldraine besiedelt. Beide Pflanzen sind von Ihren viel häufigeren Doppelgängern, dem Giersch und dem Wilden Kerbel (Pferdekümmel), durch den unten behaarten Stengel zu unterscheiden. Auf den Wiesen vor Grünberg kann man sich auch an den rundlichen Köpfchen der Perückenflockenblume erfreuen, einer Berglandspflanze, die dort in großen Mengen vorkommt.

Fichtenwälder

Am Schlusse der Abhandlung soll noch der Fichtenwälder der näheren Umgebung Falkenaus gedacht werden. Ihre Flora ist arm, denn der dicht Stand der Fichten, die nur im oberen Teil des Oederaner Waldes teilweise von Kiefern abgelöst werden, lässt keinen Unterwuchs aufkommen. An lichten Stellen, vor allen am Rande der Bäche und rechts und links der breiten Wege ist auch der Boden bewachsen und man kann einige Besonderheiten entdecken. So ist im Oederaner Wald das reiche Auftreten des Rippenfarns, einer Charakterpflanze der Fichtenwälder des Berglandes, recht bemerkenswert, und an trockenen Berghängen findet sich zwischen Heidekraut und Heidelbeere außer dem häufigerem Kolbenbärlapp auch der Flache Bärlapp und der Sprossende Bärlapp. Reizend sind vielfach die Planzenteppiche der Quell- Stellen und der Bachufer im Fichtenwalde. Schwellende Moospolster wechseln ab mit Herden des zierlichen Gegenblättrigen Goldmilzkrautes und Hainfelberich überspinnt den Boden, im Spätfrühling seine kleinen, dottergelben Blütenstände zeigend. Das Scharfe Schaumkraut, dessen Blätter als Brunnenkresse gesammelt werden und der behaarte Kälbertropf ergänzen das Bild an lichten Stellen.

Besonders reich ist die Bachrandflora im Tale der Foldung südlich Bahnhof Hetzdorf und in dem Schweddeytälchen zwischen Falkenau und Plaue, wo eingestreute Laubbäume große Lichtmengen zum Boden gelangen lassen. In diesen beiden Tälern, die landschaftlich auch sehr schön sind, wächst das große Hexenkraut. Die höheren Bachgehänge sind hier reicher mit Farnen bedeckt als im Oederaner Wald und außer den größeren Arten, dem Frauenfarn, dem Männlichen Wurmfarn, dem dornigen Wurmfarn, finden sich der kleine Buchenfarn und der zarte Eichenfarn in größerer Anzahl. Auch der Waldmeister und hat im Foldungstale einen Standort. Die Familie der Orchideen ist dort durch die Grüne Sumpfwurz und die seltene Nestwurz vertreten.

Am rechten Schweddeygehänge, rechts und links des Weges nach den Kalklöchern, ist der Fichtenwald an einer Stelle durch einen Eichenbestand unterbrochen, der auf feuchten, teilweise nassen Untergrund steht. Im Gegensatz zur eintönigen Nachbarschaft ist hier der Boden reich bewachsen. In den feuchten Rinnen gedeihen ganze Teppiche des Mittleren Hexenkrautes und des Hainfelberichs und die Winkelsegge (Carex remota). Winkel-Segge ist für die hier ausgebildete Pflanzengesellschaft recht bezeichnend. Prächtige Farnbüschel und ganze Gruppen des hohen Weidenkreizkrautes füllen den Raum, vor allem aber fesselt das reiche Vorkommen des unscheinbaren, in unserer Gegend seltenen Sanikel (anicula europaea) das Auge des Pflanzenkenners.

Quellen und Hinweise

  • DokuWiki-Quelle: `data/pages/pflanzenwelt.txt`
  • Der Text wurde automatisch aus DokuWiki-Syntax in einen MediaWiki-Entwurf uebertragen und sollte vor der Veroeffentlichung redaktionell geprueft werden.
  1. Zeitraum um den 24. Juni
  2. im Originaltext steht "Holbrücke", gemeint ist die damalige Holzbrücke
  3. heute Park genannt