Zechengrund Geologie
Geologie im Zechengrund[1]
Der Bergbau im Zechengrund gehörte zum westlichen Randgebiet des Freiberger Lagerstättendistrikts und in diesem wiederum zum Grubenbezirk Oederan. In den Erzgängen welche, bebaut wurden, waren Abfolgen unterschiedlicher Gangformationen anzutreffen, siehe auch Geologie von Falkenau.
Vorherrschend und wirtschaftlich bedeutend war die kiesige Bleierzformation (kb)[2]. Untergeordnet trat auch die edle Braunspatformation (eb) [3] auf. Die Zusammensetzung der Gänge war vorwiegend charakterisiert durch Letten (Lehm) und zersetztes Nebengestein, durchsetzt von größeren und kleineren Nestern mit Quarz, Hornstein, Bleiglanz (kb) sowie weniger häufig mit Braunspat, Kalkspat, Zinkblende, Eisenkies, Leberkies, Kupferkies und Eisenspat (eb).
Die Mächtigkeit der Gänge schwankte zwischen 5 und 70 cm. Wichtigstes Erzmineral war der Bleiglanz. Er wies Bleigehalte von 73-75 % und Silbergehalte von 0,01-0,12 % auf (Müller 1880). Beide Gangformationen sind dem variszischen Mineralisationszyklus zuzuordnen. Sie sind im Zuge der variszischen Gebirgsbildung vor 320-230 Millionen Jahren entstanden. Die Gänge zeichnen sich durch ein Streichen in annähernden Nord-Süd-Verlauf aus. Auf dem Hauptgang, dem Achilles Spat, war neben diesen Formationen auch die fluor-barytische Bleierzformation (fba) und die BiCoNiAg-Formation vertreten (Baumann 1965). In einem Überhauen fand man Spat und Glanz mit Silber und Glaserz, in einem Feldort Glanz und Kies, welche Silber enthielten sowie auf der Halde Gangstücke mit Schwerspat und Bleiglanz, welcher 75 % Blei- und 0,11 % Silbergehalt aufwies [4]. Dieser zweite, postvariszische, Mineralisationszyklus ist an die alpidische Gebirgsbildung gebunden. Im Zeitraum vor 225 -65 Millionen Jahren rissen vorwiegend Ost-West verlaufende Gangspalten wieder auf. Die fluor-barytische Bleierzformation ist eine typische Mineralisation dieses Zyklus.
Bevorzugt abgebaut wurden auf den Gruben im Oederaner Wald die Gangkreuze bis zu einer Tiefe von 100 m. Diese, als edle Geschicke bezeichneten Mineralisationen enthielten auch Silberminerale und gediegenes (elementares) Silber als Erze[5].
Die Erzgänge waren nur im Glimmerschiefer bauwürdig vererzt. Im benachbarten Phyllit vertaubten sie rasch[6]. Als Spaltenfüllung traten nur noch Letten und zerriebenes Nebengestein auf. Seine Ursache hat dies in chemischen und mechanischen Eigenschaften des Phyllits, welche die Bildung abbauwürdiger Vererzungen nicht zuließen [7].
"Einer aktenmäßigen Nachricht[8] zufolge ist in den Jahren 1700 bis 1709 eine Grube namens Großer Willkommen am Schloßberge, am rechten Talgehänge der Flöha oberhalb Falkenau auf verschiedenen, im dortigen Quarzporphyr aufsetzenden Stehenden und Morgengängen betrieben worden, welche Kies, Glanz und gut Erz zu 3 Lot und weniger Silbergehalt enthalten und demnach der kiesigen Bleierzformation zuzurechnen sein dürften"[9].
Bei "Schloßberge" dürfte es sich hier um einen Schreibfehler handeln. Gemeint ist der Schußberg.
Quellen und Hinweise
- DokuWiki-Quelle: `data/pages/zechengrund_geologie.txt`
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- ↑ von Ralph Klein
- ↑ Müller, Hermann, Die Erzlagerstätten in der Umgegend von Mittweida, Frankenberg und Augustusburg, verfasst 1880, veröffentlicht in den Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte des Königreiches Sachsen, Sektion Frankenberg-Hainichen, Verlag W. Engelmann, Leipzig, 1909
- ↑ Baumann, Ludwig, Freiberger Randbezirke, Freiberger Forschungsheft C 188, Freiberg, 196
- ↑ Müller, Hermann, Die Erzlagerstätten in der Umgegend von Mittweida, Frankenberg und Augustusburg, verfasst 1880, veröffentlicht in den Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte des Königreiches Sachsen, Sektion Frankenberg-Hainichen, Verlag W. Engelmann, Leipzig, 1909
- ↑ Baumann, Ludwig, Freiberger Randbezirke, Freiberger Forschungsheft C 188, Freiberg, 1965
- ↑ Baumann, Ludwig, Freiberger Randbezirke, Freiberger Forschungsheft C 188, Freiberg, 1965
- ↑ GWFK Geowissenschaftlicher Freundeskreis Flöha, Geologie und Bergbau im Bereich der Stadt Flöha
- ↑ Akte des Bergamtes Freiberg No. 2893 Vol. II. Bl. 60
- ↑ Müller, Hermann, Die Erzlagerstätten in der Umgegend von Mittweida, Frankenberg und Augustusburg, verfasst 1880, veröffentlicht in den Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte des Königreiches Sachsen, Sektion Frankenberg-Hainichen, Verlag W. Engelmann, Leipzig, 1909