Erzgänge
Erzgänge[1]
Hydrothermale Gänge sind der vorherrschende Lagerstättentyp der Erzvorkommen im Erzgebirge. Die Form des Erzkörpers als plattenförmiger Gang führte zu der für unsere Region charakteristischen speziellen Form des Gangerzbergbaus, wie er auch im Bergbau im Zechengrund anzutreffen war. Die Erzvorkommen des Erzgebirges stehen ebenfalls mit den Gebirgsbildungsprozessen in Zusammenhang. Beginnend am Ende der variszischen bis zur alpiden Gebirgsbildung kam es über einen langen Zeitraum von mehreren hundert Millionen Jahren stetig zu tektonischen Krustenbewegungen. Dadurch wurde ein komplexes System von Bruchspalten geschaffen.
Begleitet wurden die Gebirgsbildungsprozesse, insbesondere in ihrer Spätphase, durch verstärkten Magmatismus. Neben Vulkanismus war dieser gekennzeichnet von großen Magmenkörpern vorwiegend Plutonen, die in die Gesteinskörper des Grundgebirges eindrangen. In den Restschmelzen befanden sich heiße Wässer, welche aggressive Lösungen mit sich führten. Diese Wässer zirkulierten in den Spalten. Im Kontaktbereich zum Magma wurde zudem das Grundgestein erhitzt. Die Aggressivität der Lösungen ist stark abhängig von der Temperatur. So wurden aus dem Nebengestein Minerale gelöst, welche auch die begehrten Erze enthielten. Die Wässer stiegen in den Spalten nach oben und mit sinkender Temperatur und Druck wurden die Minerale wieder ausgefällt. Die Relation zwischen Tiefe und Temperatur schwankt im Laufe der Jahrmillionen. Auch nicht so tief gelegene Gesteinsschichten wurden stärker erwärmt, die Wässer konnten auch in diesen Schichten Minerale lösen und weiter oben in den Gängen absetzen. Durch den Auf- und Abstieg des relevanten Temperaturbereiches wurden die Minerale aus unterschiedlichen Gesteinsschichten gelöst. So kam es zur Ausfällung unterschiedlicher Mineralparagenesen in den Gängen.
Zudem wiederholten sich diese Vorgänge im Laufe der Jahrmillionen in den einzelnen Gängen häufig mehrfach. Einem erneuten Aufreißen der Spalten folgte ein erneutes Absetzen hydrothermaler Lösungen. Die Zusammensetzung des Ganginhaltes folgte dabei den zur Verfügung stehenden Mineralen, welche aus dem Kontaktgestein gelöst wurden. Die Ausfällung der Elemente und Verbindungen folgte chemischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten, was klassifizierbare Abfolgen hervorbrachte. Diese wurden in Gangformationen unterteilt. Die Entstehung aus flüssigen Lösungen und der entscheidende Einfluss der Temperatur führte zu der Bezeichnung hydrothermale Gänge. Nicht jeder Gang oder Gangbereich enthält Erze. Erze sind Minerale mit Metallgehalt. Ihr Anteil in abbauwürdigen Gängen schwankt häufig stark. Einzelne Bereiche können nur sogenannte Gangarten führen, also Minerale ohne Metallgehalt. Mitunter vertauben sie im weiteren Verlauf völlig.
Quellen und Hinweise
- DokuWiki-Quelle: `data/pages/erzgaenge.txt`
- Der Text wurde automatisch aus DokuWiki-Syntax in einen MediaWiki-Entwurf uebertragen und sollte vor der Veroeffentlichung redaktionell geprueft werden.
- ↑ von Ralph Klein