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Schmelzhütte am Lehngut

Aus Falkenau Wiki

Die Schmelzhütte am Lehngut

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>Die erste urkundliche Erwähnung der neuen Schmelzhütte erfolgte zwischen 1587-1602 in der Karte von Matthias Oeder[1]. mini

Die Schmelzhütte befand sich [2] unterhalb von Falkenau (Richtung Flöha) in Höhe des Lehngutes Falkenau (heute Dorfstr.64) am rechten Flussufer an einer starken Biegung der Flöha. Der Neffe von Matthias Oeder und Nachfolger des Kartenwerkes, Balthasar Zimmermann, verzeichnete diese 1620 als neue Schmelzhütte [3].

1587 wurde ein Teil des Grundstücks vom Vorwerkgutsbesitzer (ab 18.06.1657 Lehngut) George Richter für 200 Gulden und vom Schenkengutbesitzer Michael Bekker, wegen seiner ehemaligen Schankgerechtigkeit, für 100 Gulden „zu einem kurfürstlichen Hüttenbau“ an Kurfürst Johann. Georg der Erste zu Sachsen verkauft. Die Größe beider Güterflächen vor dem Grundstücksverkauf betrug jeweils 1 Hufe (1 Hufe entspricht heute 8,68 ha) [4].

Das neue Hüttengelände hatte eine Größe von 1200 Quruten (4,9 ha) ((Schmelz10036 36084.pdf )). Die kurfürstliche Schmelzhütte mit Zubehör, wurde zwischen Lehngut und dem Flusse Flöha, unterhalb in Höhe der Flussüberquerung „Schwarze Brücke“ 1587 erbaut. Die finanziellen Mittel zur Erbauung der Hüttenanlage von 3000 Talern, wurde aus der Zehntenrechnung vom Quartal Trinitatius 1586 der Churfürstichen Zehntenkasse vom Oberbergmeister Christoph Werner und Oberhüttenmeister Michael Schönlebe quittiert((Bergbauarchiv Freiberg, Bestand 40174, Lfd Nr. 2893 von 1789)).

Das Anwesen bestand aus mini

  • der Schmelzhütte mit 4 Holzhochöfen und
  • 1 Treibherd,
  • 1 mechanischer Hammer (Pochwerk) [5] [6],
  • 1 Wehr mit Wassergraben zur Schmelzhütte und
  • 1 Überlaufwassergraben zum Betreiben der Walkmühie,
  • 1 Kohlenhaus (Holzkohle),
  • 1 Huthaus und dem Wohnhaus des Hüttenmeisters.
  • Heim ohne Küche

Das Wasserrad für das Pochwerk war in einem viereckigen Schrot eingebaut, damit der hohe Schnee im eiskalten Winter, das Eis oder die häufigen Unwetter sowie feuchte Sommer den feinen Lauf der Welle nicht hinderten. Die Hölzer des Schrotes wurden überall mit Moos abgedichtet [7].

Die Jahre 1560 bis 1630 waren eine kleine Eiszeit und es kam damals schon zu Klimaveränderungen [8]. Die Hinterwand und die zwei Seitenwände der 4 Schmelzöfen waren aus Bruchstein und die Vorderseite wurde aus einer Ziegelwand mit offenem Stich errichtet, damit sie nicht beschädigt wurden oder Risse bekamen, sowie ein Verschmelzen von armen Silbererzen möglich war. Balken und Holzverschalungen waren mit Lehm überzogen, um sie nicht vor Feuer zu gefährden. im hinteren Teil des Gebäudes waren Blasebälge, Balggerüste mit langen Antriebswelle und die Balgzüge untergebracht. Die Blasebälge bestanden teilweise aus Rind oder Pferdeleder, wobei das Rindleder vorteilhafter war. Die Nasen auf der Antriebswelle für die Blasebälge waren eng, da für die Silberschmelze ein starker Wind benötigt wurde. Jedem Ofen waren 2 Blasebälge zugeordnet. Bei 4 Öfen und 1 Treibherd in der neuen Hütte, mussten 10 Blasebälge angetrieben werden.

>Zu jedem Schmelzofen war 1 Schmelzer zugeordnet, welcher die Schmelze überwachte und sie aus dem Stich in Giesformen auskellte [9]. Der Schmelzprozess musste stets überwacht werden, da durch die Wirkung des Feuers zur Trennung der Metalle, der Metallgehalt verbrennt oder mit dem Rauch des Ofens entwich.Der geringe Verlust von Silber bei der Verhütung konnte 2018 durch die Sicherungsgrabung vor Ort nachgewiesen werden und belegt, daß die Falkenauer Hüttenleute ihr Handwerk verstanden.

Die im Falkenauer Bergbaurevier gefundenen Erzmineralien besaßen u.a. Bleiglanz mit 0,01 0,12% Silbergehalt, Zinkblende und Kupferkies. Bleiglanz kommt in den schwerstschmelzen den Erzen vor und bedarf somit eines besonderen Schmelzverfahrens eines sehr erfahrenen Hüttenmeisters. Die Qualität des gewonnen Silbers war gezeichnet von den Legierungen mit Blei oder Kupfer. Je weniger eine Mark Silber (233.856 Gramm) von diesen Legierungen hatte, desto reicher war das Silber und für die Münzprägung von großem Interesse [10].

Zu den Hütten- und Schmelzordnungen aus dem Jahre 1556 und 1589 dienten die Verfahrensweisen und Erkenntnisse von Georg Agricolas Vermächtnis, des erschienen Werkes „De Re Metallica Libri Xll der Bücher 7, 8 und 9 als Grundlage der verbundenen Sachverhalte für das Schmelzwesen und erhöhten den landesherrlichen Einfluss auf das Hüttenwesen(25). Der erste Hüttenverwalter war Salomon Linchrut, in der alten Schmelze und der bekannteste Falkenauer Hüttenmeister war Heinrich Abraham von Einsiedel [11] in der neuen Schmelzhütte.

Nach seinem Tod übernahm Martin Weigel am 07.10.1610 die Verwaltung der Hütte.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 -1648) kam jeglicher Bergbau in unserer Umgebung zum Erliegen. Die Zechen waren meist ersoffen, die Bergbaugebäude und Hütten wurden angezündet und die Bergleute sind erschlagen oder vertrieben worden [12]. Die Schmelzhütte wurde im Jahre 1643 durch schwedische Truppen zerstört und lag brach. Am 14.05.1660 verkaufte der neue Oberhüttenverwalter Gottfried Chritian Linke das Anwesen an die Nachfahren Lange. Später wurde unterhalb des Hüttengeländes eine Brettschneidmühle erbaut. Am 23.10.1846 nahm Carl Friedrich Schreyer, der gleichzeitig Besitzer des Lehngutes war, an der Stelle der Brettschneidmühle eine Spinnfabrik in Betrieb. Er hatte das Restgrundstück von der neuen Schmelzhütte zu Falkenau bei der Erbteilung des Besitzers Lange 1836 übernommen.

Das Wehr und Teile des Wassergrabens der neuen Schmelzhütte sind im Jahre 2009 noch zum Teil erhalten, sie befinden sich hinter den Grundstücken Dorfstr. 9/11. Entlang der Dorfstraße bis zur Firma Kriegsmann[13] und zur Mühlgrabenmündung der Flöha sind sie er sichtlich. Der Wassergraben wurde durch Auftrag von Carl Friedrich Schreyer 1842 erneuert, um den wachsenden Anforderungen durch die neue Baumwollspinnerei gerecht zu werden. Eine Fabrikmarke der Firma C. F. Schreyer Baumwollspinnerei von 1846 weist noch den Überlaufwassergraben, der für den Antrieb des Pochwerkes diente, aus.

Im Mai 2018 wurden die Reste freigelegt und vom Landesamt für Archäologie erforscht. Nun sind die Reste unter einer Hochwasscherschutzanlage verschwunden. mini

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siehe auch Freie Presse vom 26.05.2018

Auch der Hobbyarchologe Helmut Kroh hat sich zu Wort gemeldet Stadtkurier Flöha 09/2018 Seite 10

Das Landesamt für Archäologie in Dresden hat kleine, schwarzbraun glasierten Keramiksplitter ausgewertet und die bestätigen, dass die Schmelzhütte wohl wirklich 1587 errichtet wurde Freie Presse vom 08.08.2018

Der Heimatverein hat das Bergbausymbol (welches seinerzeit von der Firma Leisner hergestellt wurde), das am Eingangstor zum ehemaligen Kohlelager in Flöha angebracht war, gesichert. Es soll an der Fläche der Schmelzhütte wieder aufgestellt werden. Freie Presse vom 05.04.2019

zur Geologie

Am 29.09.2020 konnte das Denkmal zur Schmelzhütte feierlich eingeweiht werden. mini

mini kleines Detail am unteren Teil des schmiedeeisernen Kreises

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Einzelheiten der Tafel

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Quellen und Hinweise

  • DokuWiki-Quelle: `data/pages/schmelzhuette_lehngut.txt`
  • Der Text wurde automatisch aus DokuWiki-Syntax in einen MediaWiki-Entwurf uebertragen und sollte vor der Veroeffentlichung redaktionell geprueft werden.
  1. wobei hier zu beachten ist, dass sich entgegen der heutigen Gewohnheit der Süden am oberen Kartenrand befindet
  2. Matthias Oederkarte von 1586
  3. Balthasar Zimmermann-Karte 1620
  4. Die Ortsgeschichte des Dorfes Falkenau in Sachsen von Hermann Seifert, aus dem Jahre 1938
  5. Geschichtliche Entwicklung Falkenaus, Beilage zum „Flöhaer Tageblatt“ 22.11.1936
  6. Heimatgeschichte Sachsen der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung 2008
  7. Achtes Buch: Von der Vorbereitung der Erze für das Schmelzen, aus De Re Metallica Libri XII von Georg Agricola des VDI Verlages Berlin 1928
  8. Freie Presse 30.04.2009 zum Thema Walpurgisfeuer statt Hexenfeuer, von Eva Prase und Regina Röhner
  9. Neuntes Buch: Von den Schmelzöfen und den Gewinnungsverfahren der Metalle, aus De Re Metallica Li bri XII von Georg Agricola des VDI Verlages Berlin 1928
  10. Neuntes Buch: Von den Schmelzöfen und den Gewinnungsverfahren der Metalle, aus De Re Metallica Li bri XII von Georg Agricola des VDI Verlages Berlin 1928 ) ((Siebentes Buch: Vom Probierwesen, aus De Re Metallica Libri XII von Georg Agricola des VDI Verlages Berlin 1928
  11. Archivwesen in Sachsen, Gesamtbehörden und Kommissionen; Oberhüttenamt Loc. 40 035 des Bergbauarchivs Freiberg
  12. Gutachten über den Bergbau in Oederan und Umgebung von Dr. Stein 27.09.1933
  13. hier müsste eine andere Bezeichnung gefunden werden, weil Kriegmann auszieht