Einweihung des Denkmals zur Schmelzhütte
Am 29.09.2020 konnte das Denkmal zur Schmelzhütte feierlich der Bevölkerung übergeben werden.
Um 10:00 läutet Mike Glöckner die Grubenglocke und Frau Cornelie Sell, Mitglied des Heimatvereins und Stadträtin von Flöha, trägt den Bergmannspruch vor:
„Wir sind's die ins Verborgne dringen, bis an der Erde steinern Herz, und mühevoll zum Lichte bringen, Gestein, Kohlen, Salz und Erz. Was Menschen groß gemacht, Menschen zieret, der Menschheit Schmuck, der Menschheit Kraft, was wunderbar die Welt regieret, vom Bergmann wird's gesucht, geschafft.“
Anschließend marschieren die gerweke der Schmelzer des Hüttenknappschaftsverein Blaufarbenwerk Zschopauthal/Waldkirchen und Mitglieder des Bergbauvereins "Reicher Segen Gottes" e.V. zu Sachsenburg vor das verhüllte Denkmal und der Hospitzchor unter Leitung von Patricia Smolka singen dazu das Bergsteigerlied. mini
Der stellvertretende Vorsitzende des Falkenauer Heimatverein begrüßt die Gäste und Einwohner von Falkenau.
Der Oberbürgermeister Volker Holuscha dankte dem Heimatverein für die Bewahrung der Bergbaugeschichte. mini
Der Ortsvorsteher von Falkenau, Thilo Walther dankt im Namen des Ortschaftsrat ebenfalls allen, die bei der Erstellung des Denkmals mitgeholfen haben.
Mike Glöckner, der die Schmelzhütte entdeckt hat, vermittelt den Anwesenden eine geschichtliche Einführung in die Bergbaugeschichte der Region.
Kurzchronik der neuen Schmelzhütte Falkenau (Verfasser Mike Glöckner)
25.09.1583 Bergfreiheitsbrief von Kurfürst August an die Bergwerke auf dem Oederischen Wald bei Freiberg: "...es sollen die Gewerken weitere Fuhren zu unseren Freibergischen Hütten verschonet. So wollen wir zu erster Gelegenheit ein Schmelzhütten, noth dürftiggen Pochwerk zu Beförderung solches Bergwerkes der Nähe erbauen lassen..."
20.09.1586 steht in der Freibergischen Zehneten - Rechnung vom Quartal Trinitatis, dass von den Herrn Oberbergmeister Michael Schönlebe 3000 Taler in einer Summe gegen Quittung zur Erbauung der neuen Schmelzhütt mit 4 Öfen, ein Treibe, Kohle- und Wohnhaus, sowohl ein Pochwerk mit notdürftigen Zugehörungen, ein Wohnhaus, als auch ein Wehr mit Rechen entnommen werden sollen. In der neuen Hütt sollen Silber und andere Metalle geschmolzen werden. Auch das Silbererz von Oederan soll hier geschmolzen werden, da dort der Saubach zu wenig Wasser führt für die Oederaner Hütt, Mühle und Bewässerung der Wiesn.
Abraham von Einsiedel war ein sehr erfahrener Hüttenmeister in der neuen Falkenauer Schmelzhütte und verstarb bereits 1610. Am 07.10.1610 übernahm Oberhüttenverwalter Martin Weigel die Verwaltung der Hütte. Mit dem 30jährigen Kriege wurde die Hütte 1643 durch schwedische Truppen zerstört und sie lag danach brach.
14.05.1660 endet die Chronik der neuen Falkenauer Schmelzhütte mit dem Verkauf des wüst brach liegenden Anwesens durch den neuen Oberhüttenverwalter Gottfried Christian Linke an die Familie Lange. Auf diesem Anwesen errichten die Langes eine Brettmühle, durch Erbteilung geht der Besitz an die Familie Schreyer.
Mike Glöckner enthüllt nun die Tafel. mini
mini Der Grabungsleiter, Matthias Schubert vom Landesamt für Archäologie, erläutert den Gästen einige Erkenntnisse aus den Grabungen. Bemerkenswert ist die Größe der aufgefundenen Anlage und die erstmalige Möglichkeit einer archologischen Untersuchung der Reste einer Schmelzhütte in Sachsen. Die aufgefunden Schmelzreste konnten bestätigen, dass hier Silber und auch Kupfer geschmolzen wurde.
(Von links nach rechts) Oberbürgermeister Volker Holuscha, Lothar Voegel (Werbeagentur „Made in Flöha“, der für die Gestaltung verantwortlich ist), Mike Glöckner, Jörg Leisner von der Metallbaufirma Leisner (Entwurf und Bau des Rahmens) Leisner , Matthias Schubert vom Landesamt für Archäologie
Anzumerken ist, dass die Baufirma Herbrich die Schautafel standsicher ins Erdreich eingebracht hat. Gastronomisch wurde die Veranstaltung vom Heimatverein und dem Gastronomen Thomas Schäfer unterstützt.
Beitrag vom Kabelfernsehen
Regionalmagazin Flöha/Frankenberg/Hainichen, Ausgabe 38/2020; nach 3 Minuten
Quellen und Hinweise
- DokuWiki-Quelle: `data/pages/schmelzhuetteneinweihung.txt`
- Der Text wurde automatisch aus DokuWiki-Syntax in einen MediaWiki-Entwurf uebertragen und sollte vor der Veroeffentlichung redaktionell geprueft werden.