Erzgebirge
Das Erzgebirge [1]
Wenn wir die Entstehung des Erzgebirges betrachten wollen, müssen wir in der Erdgeschichte zunächst etwa 400 Millionen Jahre zurückgehen. Damals begann die Kollision des südlichen Kontinentes Gondwana mit dem Nordkontinent Laurusia. Vor etwa 330 Millionen Jahren hatten sie sich schließlich zum Superkontinent Pangäa vereinigt, welcher nahezu die gesamten damaligen Landmassen der Erde umfasste. Als ein Ergebnis war entlang der Kollisionslinie das variszische Gebirge entstanden. Aufgebaut wurde dieses von überwiegend maritimen Sedimenten, von Vulkaniten sowie metamorphen Gesteinen aus noch älteren Gebirgsbildungsprozessen. Alle diese Gesteine wurden der Metamorphose unterworfen. Durch Druck, Temperatur und tektonische Beanspruchung entstanden aus ihnen die Gneise, Phyllite und Glimmerschiefer, welche heute das Erzgebirge und auch das Hainichen-Frankenberger Zwischengebirge prägen.
Das variszische Gebirge wurde in den folgenden Jahrmillionen wieder abgetragen und weitgehend eingeebnet. Es verblieb lediglich der Gebirgsrumpf. Durch weitere plattentektonische Veränderungen auf unserem Planeten, wie die Drift des Afrikanischen Kontinents gegen Europa und der damit verbundenen alpinen Gebirgsbildung beginnend vor ca. 60 Millionen Jahren sowie der Öffnung des Nordatlantiks durch die Trennung Nordamerikas von Eurasien, kam es erneut zu tektonischen Spannungen in Mitteleuropa. Als eine Folge wurde der verbliebene variszische Gebirgsrumpf als gekippte Pultscholle von Süden her angehoben. Es entstand unser heutiges Erzgebirge.
Den Höhepunkt von dessen Anhebung nimmt man vor 15 Millionen Jahren an. Die meisten Gesteine, die das Grundgebirge bilden sind demnach recht alt. Ihre Anhebung zu einem Mittelgebirge selbst ist als relativ jung anzusehen [2]. Seine heutige Oberflächengestalt erhielt das Erzgebirge durch die Erosionstätigkeit der Flüsse, welche Täler in die Pultscholle schnitten und sie seither wieder abtragen.
Beginnend am Ende der variszischen bis zur alpiden Gebirgsbildung kam es über einen langen Zeitraum von mehreren hundert Millionen Jahren stetig zu tektonischen Krustenbewegungen. Die starren Gesteine des Grundgebirges rissen immer wieder auf und reagierten mit Bruchtektonik. Nicht ausschließlich, aber häufig, geschah dies an den Grenzen unterschiedlicher Gesteine. Dabei kam es auch zu Verwerfungen der verschiedenen Krustenblöcke gegeneinander. Die bekannteste Verwerfung dieser Art in unserer Region ist die Kunnersteinverwerfung. Sie ist Teil einer Großstörung, welche in etwa dem Verlauf der Flöha folgend, das Erzgebirge von Nordwest nach Südost durchzieht. Weitere Großstörungen haben, entsprechend den damaligen tektonischen Spannungsregimen, das gleiche Streichen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl kleinere Störungen und Spaltensysteme mit anderen Ausrichtungen. Durch diese Ereignisse entstand das Bruchschollenmosaik, welches heute das teils wilde Durcheinander unterschiedlichster Oberflächengesteine im Erzgebirge kennzeichnet.
Begleitet werden Gebirgsbildungsprozesse, insbesondere in ihrer Spätphase, durch verstärkten Magmatismus. So drangen in der spätvariszischen Phase große Magmenintrusionen in die Methamorphite ein. Heute sind diese als Granit etwa im Raum Geyer oder Eibenstock als Oberflächengesteine anzutreffen. Ausdruck vulkanischer Aktivitäten dieser Zeit sind in unserer Region etwa der Schellenberg von Augustusburg oder der Beutenberg bei Chemnitz. Auch während der alpidischen Gebirgsbildung und den damit verbundenen tektonischen Reaktionen im Erzgebirge kam es hier zu Magmatismus. Ausdruck hiervon sind die markanten Basaltberge auf dem Erzgebirgskamm.
Die Magmenintrusionen mobilisierten die leichtflüchtigen Bestandteile im Nebengestein, welche nunmehr in die Spalten gelangten und dort wieder ausfällten. Es entstanden verschiedene Erzlagerstätten, wobei Erzgänge die für das Erzgebirge typischste Form sind.
Quellen und Hinweise
- DokuWiki-Quelle: `data/pages/erzgebirge.txt`
- Der Text wurde automatisch aus DokuWiki-Syntax in einen MediaWiki-Entwurf uebertragen und sollte vor der Veroeffentlichung redaktionell geprueft werden.