Zeisigwaldtuff
Zeisigwaldtuff[1]
Das Alter des Zeisigwaldtuffes ist auf 291 Mill. Jahre bestimmt [2]. Das Fördergebiet dieses Vulkanits befand sich auf dem Beuthenberg am östlichen Stadtrand von Chemnitz
Bei diesem handelt es sich um einen Rhyolith, welcher als Ignimbrit zur Ablagerung gelangte. Demnach ist die verbreitete heimatkundliche Auffassung weitgehend unzutreffend, dass es sich bei dem Zeisigwaldtuff um einen vulkanischen Ascheregen handelte. Auch die schöne bildliche Vorstellung vom Beuthenberg als Kegelvulkan trifft nur in Ansätzen zu.
Vielmehr handelte es sich um den Vulkantyp einer Caldera. Aus einer Magmenkammer entwich Lava und Asche über Spalten und kleine Nebenkrater bis die Kammer soweit entleert war, dass die Decke über ihr kollabierte. Das auf die glutflüssige Lava stürzende Gestein löste jenes explosionsartiges Ereignis aus, das zu den pyroklastischen Strömen führte, welche die Umgebung unter sich begruben. Von der Magmenkammer blieb eine Einbruchscaldera, die teilweise ebenfalls mit Ignimbrit gefüllt und deren Ränder durch spätere Erosion eingeebnet wurden.
mini Grafik zum mehrphasigen Ausbruchsgeschehen des Vulkans im Zeisigwald bei Chemnitz [3])
Ursprünglich nahm man eine weite Verbreitung und reliktische Erhaltung des als Zeisigwaldtuff bezeichneten Rhyoliths im Flöhaer Becken an. Neuste Forschungen haben ergeben, dass dieser hier jedoch nicht oder nicht mehr anzutreffen ist. Alle Rhyolithe im Becken haben ein karbonisches Alter von 310 Millionen Jahren und sind daher der Flöhaformation zuzuordnen [4].
mini Schwach verschweißter Rhyolith, sogenannter Zeisigwaldtuff, Felderfund östlich des Beutenbergs bei Niederwiesa, Größe des Stückes 8 x 8 cm
Quellen und Hinweise
- DokuWiki-Quelle: `data/pages/zeisigwaldtuff.txt`
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- ↑ von Ralph Klein
- ↑ Rößler, R.; Annacker, V.; Kretzschmar, R.; Mehlhorn, S.; Auf Schatzsuche in Chemnitz - Wissenschaftliche Grabungen `09, Veröffentlichungen des Museums für Naturkunde Chemnitz, Heft 32, 2009
- ↑ Grafik zum mehrphasigen Ausbruchsgeschehen des Vulkans im Zeisigwald bei Chemnitz ((aus Rößler 2000
- ↑ Löcse, Frank, Linnemann, Ulf, Schneider, Gitta, Annacker, Volker, Zierold, Thorid, Rößler, Ronny, 200 Jahre Tubicaulis solenites (SPENGEL) COTTA, Veröffentlichungen des Museums für Naturkunde Chemnitz, Heft 38, 2015