Maschinenziegelei
Erscheinungsbild
Ziegelei Falkenau – ab 1972 VEB Betonwerk Falkenau
Die Ziegelherstellung hat in Falkenau Tradition. Bis 1850 wurde in einer Scheune am Eingang zum Schieferbachtal auf dem Ranftschen Gut und am Lehngut die Handstrichziegelherstellung betrieben.[1]
Zeittafel:[2]
| 1889 | Gutsbesitzer Bernhard Müller eröffnet am 1. Januar auf seiner Gutsflur( Ernst-Thälmann-Straße 70) einen Ziegeleibetrieb. Im gleichen Jahr wird der Ringofen errichtet, der in den 30 iger Jahren auf 18 Kammern mit einem Fassungsvermögen von 180.000 Ziegelrohlingen ausgebaut wird. Die Rohlinge (Formlinge) werden bei ca. 1000 ° C gebrannt. Zum Betreiben der Maschinen wird eine Lokomobile (nicht ortsfeste Dampfmaschine) aufgestellt. Das Ziegelwerk erhält im Gründungsjahr einen Gleisanschluss (Zweiggleis mit Weiche) an die Eisenbahnlinie Flöha - Hetzdorf -Reitzenhain. |
| 1890 | Kaufmann Eduard Otto tritt in die Firma ein. Im Firmenregister steht nun :"Müller & Otto, Dampfziegelwerk,Falkenau i. Sa." |
| 1894 | Die Falkenauer Ziegel werden auf der Erzgebirgischen Gewerbe- und Industrieausstellung prämiert. |
| 1901 | Ziegellieferungen für den Bau der Halsbrücker Esse bei Freiberg (Die Esse ist 140 Meter hoch und gilt als die größte der Welt) |
| 1903 | Prämierung auf der Gewerbe- und Industrieausstellung in Marienberg |
| 1906 | Paul Otto tritt die Nachfolge seines Vaters in der Firma an |
| 1912 | Otto stirbt und Bernhard Müller wird wieder alleiniger Besitzer der Ziegelei |
| 1913 | Bernhard Müller nimmt seinen Sohn Friedrich als Teilhaber in die Firma auf |
| vor 1914 | In der Vorkriegszeit werden regelmäßig Facharbeiter aus Schlesien und Lippe (Lemgo) eingestellt. |
| 1914 - 1918 | 1. Weltkrieg. Der Betrieb kommt allmählich zum Erliegen. 1916 werden kriegsgefangene Franzosen aus dem Lager Ebersdorf bei Chemnitz beschäftigt |
| 1919 | Wiederaufnahme der Produktion |
| 1920 | Durch Bau einer Transformatorenanlage und Installierung eines 75-PS-Motors Umstellung von Dampfbetrieb auf elektrischen Betrieb |
| 1926 | Bernhard Müller tritt aus der Firma aus und überlässt seine Anteile seinen 6 Kindern |
| 1927 | Am 17. März stirbt der Gründer der Ziegelei |
| vor 1945 | Die Ziegelei beschäftigt ca. 20 bis 22 Arbeiter. Der wöchentliche Verdienst beträgt bei 48 - stündiger Arbeitszeit etwa 40 bis 50 Reichsmark. Vor dem Krieg werden jährlich 3,5 Millionen Ziegel gebrannt |
| 1948 | Georg Hollengk wird Geschäftsführer (bis 1987) |
| 1950 | Die Ziegelproduktion wird infolge Erschöpfung der örtlichen Lehmvorkommen eingestellt |
| 1950 - 1953 | Aus Braunkohleabrieb werden sogenannte Nasspress-Steine für Heizzwecke hergestellt Ziegelei mueller.jpg?400 Annonce aus der Festzeitung von 1953 |
| Ab 1952 | Aufnahme der Produktion vom Zement- bzw. Betonwaren (Dielung, Zaunsäulen, Stürze). Der Betrieb hat 17 bis 20 Beschäftigte |
| 1962 | Der Eigentümer Friedrich Müller stirbt. Margarete Hollengk (geb. Müller) tritt die Nachfolge an. Im gleichen Jahr wird der Betrieb "halbstaatlich" |
| 1972 | Der Betrieb wird "volkseigen" und trägt nun die Bezeichnung: "VEB Betonwaren Falkenau" |
| 1978 | Am 13. März wird der Ringofen aus der Zeit der Ziegelproduktion abgerissen |
| 1990 | Am 30. Juni wird der Betrieb eingestellt. Ein Abschnitt Falkenauer Industriegeschichte ist beendet! |
Auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei bzw. des nachmaligen Betonwerkes befinden sich noch verschiedene Bauwerke, darunter auch das später zum Wohnhaus ausgebaute ursprüngliche ursprüngliche Maschinenhaus der Lokomobile. Das Gelände wurde später von der Firma Jürgen Hollengk- Autoteile genutzt.
Quellen und Hinweise
- DokuWiki-Quelle: `data/pages/maschinenziegelei.txt`
- Der Text wurde automatisch aus DokuWiki-Syntax in einen MediaWiki-Entwurf uebertragen und sollte vor der Veroeffentlichung redaktionell geprueft werden.