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Kalk

Aus Falkenau Wiki

Kalk[1]

Eingeschaltet in den Phyllit finden sich häufig Linsen von kristallinen Kalkstein. Hierbei handelt es sich um ehemalige Riffe von Korallen und kalkhaltige Reste oder Ausscheidungen anderer Meerestiere.

Zunächst zu Kalkstein verfestigt, wurden auch diese Ablagerungen der Metamorphose unterworfen und wandelten sich in kristallinen Kalkstein oder Marmor um. Je nachdem, ob Calzit oder Dolomit das vorherrschende Mineral in diesem ist, wird er als Calzit- oder Dolomitmarmor bezeichnet, wobei die Übergänge fließend sind ((Urban, Gerald, Marmor aus der Schweddey bei Flöha, Erzgebirgische Heimatblätter, Heft 4, 2011 )). In der Region Augustusburg, Flöha, Falkenau dominieren Calzitmarmore, in den Lagern bei Breitenau, Memmendorf, Frankenstein Dolomitmarmore.

Häufig von Marmorlinsen durchzogene Bereiche im Phyllit werden als Kalkschiefer bezeichnet, so auch die Kalkschieferzone von Plaue/Falkenau. Sie umfasst weite Bereiche der Schweddey. Ausläufer erstrecken sich aber auch über das Flöhatal hinaus bis an den unteren Hang des Butterberges. Im Phyllithorizont nördlich von Grünberg erreicht die Kalkmarmor führende Zone Mächtigkeiten zwischen 100 und maximal 200 Metern. Reine Kalklinsen oder Nester werden dabei niemals mächtiger als 1 Meter, häufig sinken sie zu dünnen Lagen herab ((Gäbert, C, Siegert, Th., Erläuterungen zur geologischen Specialkarte des Königreichs Sachsen - Section Augustusburg-Flöha, Leipzig, 1907 )). Dennoch waren die Vorkommen so bedeutend, dass sich in der Region um Flöha über mehrere Jahrhunderte ein Abbau auf Kalk etablierte.

Hauptmineral des Marmors in dieser Zone ist Calzit, welcher dem Gestein in reinem Zustand ein weißes gleichkörniges Aussehen verleiht. Zumeist ist er allerdings durch Spuren anderer Minerale gefärbt oder von Bändern durchzogen. Magnesium-, Eisen- oder Mangankarbonate führen zu bräunlichen oder schwach fleischfarbenen Bänderungen. Rötliche oder grünliche Verfärbungen werden durch verschiedene Glimmervaritäten verursacht. Als weitere Verunreinigungen treten Hornblende, Chlorit, Albit und Quarz auf ((Rottek, Helmut, Untersuchung der Kalkschollen des Erzgebirges auf Erzhöffigkeit entsprechend den Bleizinkvorkommen aus Kalkwerk Hermsdorf, Freiberg 1952 )).

Bemerkenswert für den Kalkmarmor in der Schweddey ist das gelegentliche Auftreten von sogenannten Bändererz. Dabei handelt es sich um feine Bänder mit Galenit (Bleiglanz), Chalkopyrit (Kupferkies) und Sphalerit (Zinkblende). Untersuchungen zu ihrer wirtschaftlichen Nutzbarmachung wurden angeregt [2]. Diese Erzlagen gelangten durch sogenannte black smoker auf die Korallenriffe und durchliefen mit ihnen den Metamorphoseprozess. Bei black smokern handelt es sich um hydrothermale Quellen am Meeresgrund, welche Ausdruck vulkanischer Aktivitäten sind. Durch röhrenförmige Gebilde treten heiße Wässer aus, in denen vor allem Sulfide gelöst sind. Im kalten Meerwasser fällen diese aus und bilden dabei eine Rauchfahne.

Das Alter der Kalkvorkommen in der Schweddey wird mit dem oberen Kambrium bis unteren Ordovizium [3], also mit 500 bis 450 Millionen Jahren, angeben. Das Vorkommen wird der Herold-Formation zugeordnet. Dies ist das bedeutendste Marmorvorkommen eines ganzen, in der Nordrandzone des Erzgebirges verlaufenden, Gesteinshorizontes gleichen Alters. In Herold wurde bis 1985 in bis zu 130 m Tiefe Marmor abgebaut. Bändererze aus einem ähnlichen Lager bei Hermsdorf im Osterzgebirge wurden zeitweise als Nebenprodukt mit abgebaut und in Freiberg verhüttet [4].

mini Bild 1: oberen Kalkhöhlen in der Schweddey, ca. 0,5 m mächtige Linse von Kalkmarmor im Phyllit, die Bänderung des Marmors resultiert von Fremdmineralen, an der Faltung ist deutlich die Einwirkung des Gebirgsdruckes auf das Gestein zu erkennen

mini Bild 2: Kalkmarmor mit Lagen von Bändererz, in den kleinen Klüften befinden sich Dolomitkristalle, Anschliff, Größe des Stückes 11 x 7 cm

Quellen und Hinweise

  • DokuWiki-Quelle: `data/pages/kalk.txt`
  • Der Text wurde automatisch aus DokuWiki-Syntax in einen MediaWiki-Entwurf uebertragen und sollte vor der Veroeffentlichung redaktionell geprueft werden.
  1. von Ralph Klein
  2. Rotteck 1952
  3. Hoth, Klaus, Krutsky, Norbert, Schilka, Wolfgang, Schellenberg, Falk, Marmor im Erzgebirge - Bergbaumonografie, Freiberg 2010
  4. Urban, Gerald, Marmor aus der Schweddey bei Flöha, Erzgebirgische Heimatblätter, Heft 4, 2011