Hausschuh Uhlmannn
Die Hausschuhfabrik Uhlmmann befand sich auf der Dorfstr. 11.
Geschichte
Die Gründung der Schuhmacherwerkstatt durch Oswald Uhlmann muss weit vor dem Jahre 1900 erfolgt sein. Das kann aber nicht mehr genau nachvollzogen werden. Oswald Uhlmann ist zum königlichen Hofschuster des Königs von Sachsen ernannt worden. Leider konnte diese Urkunde von der Familie nicht mehr gefunden werden.
Um 1929 erfolgte der Umbau des Hauses in der Dorfstraße 11. Es wurde aufgestockt auf die jetzige Gebäude-Höhe.
Ende der 20er Jahre wurde im Erdgeschoss das Ladengeschäft mit Zugang von der Straße aus eröffnet.
Der Enkel von Oswald Uhlmann, Walter Uhlmann, lernte den Beruf des Schusters in der Berufsschule in Chemnitz. Die praktische Lehrzeit erfolgt im Schuhmacherbetrieb Morgenstern in Augustusburg.
Nach der Entlassung aus der Wehrmacht im Jahre 1943 arbeitete Walter Uhlmann bei seinem Großvater, Oswald Uhlmann, der ihm dann 1948 den Handwerksbetrieb übergab.
Aufgrund der allgemeinen Notsituation nach dem Krieg begann er, neben der Reparatur von Schuhen und meistens im Tausch gegen Lebensmittel, aus alten Wehrmachtsmänteln und Decken Schuhe herzustellen. So wurde der Grundstein für eine spätere Produktion von Hausschuhen gelegt.
Aufgrund des sehr hohen Bedarfes weitete er die Herstellung von Schuhen aus. Dafür arbeiteten Frauen aus dem Familienkreis und auch aus umliegenden Häusern. In jedem kleinen Raum im Haus wurde gearbeitet. Abends war Herr Uhlmann weiterhin als Schuster tätig.
mini Anonnce zum Heimatfest 1954
Walter Uhlmann spezialisierte sich in den 60-er Jahren auf die Produktion von Damen- Hausschuhen. Die Produktion erfolgte in allen Räumen des Hauses. Der Laden für die Annahme der Schuhreparaturen wurde später geschlossen, um Platz für ein Wohnzimmer zu schaffen, denn bis dahin spielte sich das ganze familiäre Leben in der Küche ab.
Die Näherei befand sich im Erdgeschoss, die Sohlenherstellung und Endfertigung im Kellergeschoß. Für den Zuschnitt wurde ein kleines Holzhäuschen gebaut. Das Lager war auf dem Boden.
Die Ware wurde dann, wie in der DDR üblich, an die Großhandelsgesellschaften (GHG) verkauft. Es war eine Zeit der intensiven Produktion. Die GHG´s gaben den Bedarf vor und die Hausschuhfabrik „Walter Uhlmann“ musste mit den Mitarbeitern danach produzieren.
Der Schwerpunkt der Arbeit der Ehefrau, Rina Uhlmann, war die Beschaffung der Ausgangsmaterialien, was, aufgrund der Mangelsituation in der DDR, extrem schwierig war. Dazu führte Sie die komplette Buchhaltung, Rechnungsverkehr, alles was rund um die Produktion erforderlich war. Sie heizte früh als Erste die Öfen an, bereitete das Essen für die Familie vor etc. Das arbeitsreiche Leben ging quasi rund um die Uhr. Nebenbei waren noch die drei Kinder zu versorgen.
Obwohl Walter und Rina Uhlmann ein intensives Berufsleben führten, bemühten sie sich auch den Arbeitern durch Ausfahrten und Feiern einen entsprechenden Ausgleich zu schaffen. Eigenen Urlaub gab es nicht.
1974 erlitt Herr Uhlmann einen schweren Schlaganfall. Danach konnte er nicht mehr aktiv in der Firma mitwirken. Seine Frau führte die Firma noch bis zum Eintritt des Rentenalters im Jahr 1988.
Danach wurde die Firma aufgegeben, da auch eine wirtschaftliche Fortführung des Privatbetriebes unter der politischen Situation in der DDR nicht möglich war und auch die Kinder inzwischen alle einen anderen Beruf gewählt hatten.
Nach dem Tod der Eltern und der beiden Brüder wurde das Haus verkauft. mini mini
Quellen und Hinweise
- DokuWiki-Quelle: `data/pages/hausschuh_uhlmannn.txt`
- Der Text wurde automatisch aus DokuWiki-Syntax in einen MediaWiki-Entwurf uebertragen und sollte vor der Veroeffentlichung redaktionell geprueft werden.