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Baumwollfabrik

Aus Falkenau Wiki
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Obere Baumwollspinnerei in der Ernst-Thälmann-Str. 39 mini

mini Zeichnung der oberen Baumwollspinnerei auf dem Briefkopf des Unternehmens 1932

Geschichte

Die Geschichte der Baumwollspinnerei Falkenau geht auf das Jahr 1809 zurück, als auf dem heutigen Standort eine Walkmühle entstand.

Begründet wurde diese Anlage von Adolph Gottlob Fiedler (1771–1850), einem der bedeutendsten Webereibesitzer in Sachsen Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Grundstück, auf dem sich die Walkmühle befand, gehörte dem Erbmüller Göthel. Dieser betrieb auch eine Mahlmühle gegenüber der Tuchwalke.

Vom Erbmüller Göthel pachtete gegen 1821 Carl Ludwig Beaumont einen Anbau an die Mahlmühle und errichtete dort eine erste Spinnerei in Falkenau. Nach dem Tod Göthels beendete seine Witwe das Pachtverhältnis mit Beaumont und verkaufte die Mahlmühle samt Spinnerei an den Tuchfabrikanten Fiedler. Damit war für Beaumont eine unerträgliche Situation entstanden, denn Fiedler unterstütze mit Tuchen das russische Heer während der Befreiungskriege und war nicht gut auf Franzosen zu sprechen. Infolge dessen zog sich Beaumont zurück und errichtete 1836 eine eigene Spinnanlage im Schieferbachtal.

Im Jahre 1851 brannte die Mahlmühle nebst Spinnerei nieder. An derselben Stelle ließ Eduard Magnus Fiedler zwischen 1851 und 1855 eine neue Tuchfabrik errichten, dessen Gebäude die Keimzelle des späteren Spinnereikomplexes wurde. Im Laufe der Jahre entstanden noch weitere Gebäude auf dem Betriebsgelände und außerhalb.

Nach 1861 gingen die Erträge der Tuchproduktion zurück, und 1872 verkauften die Erben Fiedlers die Tuchfabrik an das Konsortium „Falkenauer Florettspinnerei“, an welchem u.a. auch der Chemnitzer Industrielle Richard Hartmann beteiligt war.

Im Jahre 1876 erfolgte die Schließung der Fabrik und der Verkauf der Ausrüstung.

Einen Neuanfang gibt es 1879, als Georg Liebermann, der Bruder des Malers Max Liebermann, die stillgelegt Tuchfabrik erwarb. Georg Liebermann ist Sohn eines Textilfabrikanten aus Berlin und arbeitete seit 1869 in der Dannenberg´schen Kattunfabrik in Berlin. Im Jahre 1879 machte er sich selbstständig und übernahm die Baumwollspinnerei Fiedler in Falkenau bei Flöha.

Fortan werden unter seiner Leitung in der Spinnerei kardierte und gekämmte Garne für die verschiedensten Bereiche der Textilindustrie hergestellt. Der Betrieb wächst dynamisch und wird 1913 in die „Georg Liebermann Nachf. AG“ umgewandelt. Da Liebermann selbst Jude war, wird sein Besitz um 1940 enteignet und 1941, mitten im 2. Weltkrieg, folgt die Umfirmierung zur "Baumwollspinnerei Falkenau AG".

1949 wird die Spinnerei in Volkseigentum überführt und als Werk 3 in den "VEB Baumwollspinnerei Flöha" eingegliedert. 1991 wird die Spinnerei stillgelegt.

In die Gebäude ziehen verschiedene Betriebe ein.

Wasserkraft

Die Wasserkraftanlage, die zur Stromversorgung Des Werkes diente, wurde von Melzer Wasserkraftwerke GmbH übernommen und der Strom wird an den Netzbetreiber verkauft. Das Verwaltungsgericht Chemnitz hat im Februar 2020 aufgrund einer Klage der GmbH entschieden, dass es für das Betreiben der Anlage keinen Bestandsschutz nach dem Alt-Wasserrecht von 1910 gibt mini|Freie Presse vom 22.02.2020.

Quellen und Hinweise

  • DokuWiki-Quelle: `data/pages/baumwollfabrik.txt`
  • Der Text wurde automatisch aus DokuWiki-Syntax in einen MediaWiki-Entwurf uebertragen und sollte vor der Veroeffentlichung redaktionell geprueft werden.